Freitag, 25. November 2016

Alleine unter Bäumen - Heimweh im Schwarzwald

Mein dritter Post auf diesem Blog soll ziemlich persönlich werden. Ich weiß noch gar nicht recht, ob ich das kann. So öffentlich mein Inneres nach außen kehren. Aber das wird sich wohl zeigen.

Vor inzwischen 8 Monaten sind wir in den Schwarzwald gezogen. Weg von Köln, weg aus NRW, 500km weg von Familie und Freunden. Mein Mann arbeitet schon seit einigen Jahren hier unten und war immer nur am Wochenende zuhause. Das hat auch lange gut geklappt. Ich war unter der Woche sehr beschäftigt und er auch und dann hätten wir den Fokus voll auf Uni und Arbeit und haben uns am Wochenende Zeit für uns genommen. Aber seit Leon geboren ist, war das keine fanilientaugliche Situation mehr für uns. Der Papa hat so viel von Leons entwicklung im ersten Lebensjahr verpasst und ich hab mich oft alleine gefühlt. Also musste eine Lösung her und da ich grade mit der Uni fertig war und mir aussuchen konnte, wo ich zu arbeiten beginnen wollte, während mein Mann hier schon einen guten Job hatte, war die sinnvollste Lösung, dass Leon und ich auch in den Schwarzwald ziehen. 




Ich habe mich lange dagegen gewehrt. Ich wollte nicht weg von meinen Eltern, von meiner Familie, meinen Freunden. Aber es ging hier und uns. Um unsere kleine Familie und die musste an erster Stelle stehen. 

Seit April 2016 wohnen wir nun hier und zuhause bin ich hier immer noch nicht. Von Anfang an bin ich mit Leon zum Kinderturnen, zur Krabbelgruppe und zum Schwimmen gegangen. Um Leute kennenzulernen. Um nicht den ganzen Tag zuhause zu sitzen. Und alle waren sehr offen und nett zu uns. Aber das war es auch. Man sagt den Schwarzwäldern nach, dass sie sehr reserviert sind und das stimmt. Oberflächlich wirklich lieb, hilfsbereit und freundlich. Aber als "die Neue" schließt man hier nicht mal eben neue, enge Freundschaften. 
Ich muss dazu sagen. Ich bin auch nicht so gut darin, neue Leute kennenzulernen. Ich bin eher zurückhaltend. Hoffe eher darauf, dass mich jemand anspricht. Eher Fehlanzeige. 

 

Dazu kommt, dass es nicht einfach ist, seine Freunde zurückzulassen. Bei einigen habe ich schon gemerkt, als ich vom Umzug erzählt habe, dass sie es mir übel nehmen, dass ich wegziehe. Und der Kontalt wurde kontinuierlich weniger. Ich gebe mir wirklich Mühe, etwas dagegen zu tun. Schreibe SMS oder Briefe und Mails. Antworten erhalte ich eher selten. Und wenn wir dann einmal im Monat ein Wochenende in die Heimat fahren, haben wir eben auch viel zu tun. Die Omas und Opas wollen ihren Enkel sehen. Wir wollen Zeit mit Leons Halbschwester verbringen. Ich möchte meine Großeltern sehen. Und dann bleibt eigentlich schon keine Zeit mehr, um Freunde zu treffen. Das tut weh. 

Also sitze ich hier im Schwarzwald und fühle mich alleine. Klar, ich habe meinen Mann und mein Kind und ich bin so dankbar, sie jeden Tag um mich zu haben. Aber das allein reicht nun mal nicht. 

 

Ich freue mich auf Januar. Da gehe ich arbeiten. Ich werde Kollegen in der Schule und andere Referendare im Seminar treffen. Menschen, mit denen ich schon mal eine Gemeinsamkeit habe. Den Job. Eine Basis. Ich freue mich, neue Kontakte zu knüpfen. Einen Grund mehr zu haben, mich hier zuhause zu fühlen. Ja, da freue ich mich drauf. 


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