Donnerstag, 24. November 2016

Leon geht in die Kita - wieso wir uns dazu entschieden haben

Wann man sein Kind in den Kindergarten gibt, ob eine Tagesmutter vielleicht die bessere Lösung wäre und warum man diese Entscheidung manchmal nicht selber treffen kann...

Leon geht seit September 2016 in den Kindergarten. Da war er 1 Jahr und 4 Monate alt. Und heute sehe ich das ganze zwiespältig, obwohl ich sehe, wie glücklich Leon dort ist. 

Hää, das soll mal einer kapieren. Also von vorne.
Es war von Anfang an klar, dass ich spätestens ab Januar 2017 in mein Referendariat starten müsste, also müsste Leon auch ab dann betreut werden. Wir haben hier im Schwarzwald keine Familie und keine engen Freunde, sodass ich eine Betreuung finden musste, wo Leon den ganzen Tag bleiben konnte, die zuverlässig ist und bezahlbar. Ich war mir immer sicher, dass er zu einer Tagesmutter gehen sollte. Mir war es wichtig, dass er eine Bezugsperson hat, nicht in einem überlaufenen anonymen Umfeld ist. Also habe ich mich direkt nach unserem Umzug an eine Agentur gewandt, die hier in der Gegend Tagesmütter vermittelt und auch relativ schnell ein Kennenlerngespräch gehabt. Die Tagesmutter war nett. Aber es gab für mich ein Problem. Ich wollte, dass Leon soziale Kontakte hat. Wir haben hier keine Freunde mit Kindern, die wir mal besuchen und wenn man Vollzeit arbeiten geht, ist auch der Besuch von spielgruppen o.ä. Schwierig. Bei der Tagesmutter wäre Leon vormittags das einzige Kind und am Nachmittag zusammen mit Schülern gewesen. Das gefiel mir nicht. Ich wollte, dass Leon Kontakt zu Gleichaltrigen hatte. 

Zeitgleich bot die Krabbelgruppe, zu der wir gingen, eine Besichtigung des städtischen Kindergartens an. Und ich war begeistert. Und Leon war begeistert. An der Tür rannte er los und spielte und war völlig in seinem Element. Und auch mir gefiel es. Es ist eine Krippe mit maximal 30 Kindern und 1 Erziehein pro 5 Kindern. Die Gruppen bieten viel Potenzial zum Kreativsein, für Mororik und auch viel Ruhe. Bei uns sind die Kinder bis zu 3 Jahren in einem eigenen Gebäude und die Gruppen gemischt. Es gibt einen schönen Garten und überhaupt waren alle nett. 

Ein weiterer Pluspunkt ist die nahezu lückenlos garantierte Betreuung. Wenn die Tagesmutter mal krank ist, kann das Kind nicht hin. Wenn aber mal eine Erzieherin ausfällt, kann Leon trotzdem in den Kindergarten. Wichtig, wenn beide Eltern arbeiten und ich als Referendarin nicht andauernd fehlen darf. 

Es gibt verschiedene Betreuungsmodelle. 
Die Kinder können in der Zeit von 7-17 Uhr zwischen 4 und 10 Stunden betreut werden. 

Es hat einfach alles gepasst. Und deshalb entschied ich nicht nur, Leon statt zu einer Tagesmutter in die Krippe zu geben, sondern auch statt im Januar schon im September zu starten. Und ich habe es bisher nicht bereut. Leon geht momentan von 8-12 Uhr hin. Ab Dezember starten wir mit Mittagessen und Mittagsschlaf, sodass er dann ab Januar je nach meinem Stundenplan dann länger da bleiben kann (und Gott sei dank, kann ich seine Betreuungszeit auch ganz spontan anpassen, denn ich weiß bis Januar noch nichts über meine Schule, mein Seminar oder meine Arbeitszeiten. Dazu muss ich auch mal einen Blogpost verfassen). 

Und trotz all dieser positiven Aspekte ist es auch schwierig für mich.  Lasse ich mein Kind im Stich? Was passiert, wenn ich nicht da bin?  Wie beeinflusst es seine Entwicklung, so früh, so lange von Mama getrennt zu sein? Ich denke, es sind ganz normale Zweifel, die jede Mutter hat. Und solange ich sehe, dass mein Kind zufrieden und glücklich ist, kann alles so bleiben. 

Habt's fein und bis bald!

 

 

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