Samstag, 26. November 2016

Willst du mich heiraten? - Unsere Verlobungsstory

Ja das mit unserer Verlobung war so ne Sache. Dazu muss man wissen: Ich habe gerne die Kontrolle. Ich plane gerne. Und ich bin ziemlich stur, wenn ich mal einen Plan habe.

Schon in der 9. Klasse war mir klar, dass ich am 24.05.2014 heiraten will. Warum genau da? Im Mai 2014 wäre die früheste Möglichkeit, fertig studiert zu haben. Und der 24.05. war ein Samstag. So einfach war das. Damals wusste ich noch nicht, wen ich heiraten wollte. Aber nun ja. Das würde sich schon ergeben. Hat ja auch geklappt.



Ich war also 2013 inzwischen knapp 3,5 Jahre mit meinem Freund zusammen und es war klar, dass wir zusammen passen und bleiben wollten und irgendwann heiraten wollten. Und ich habe ihm auch im Laufe unserer Beziehung möglicherweise 1-2 ( oder 200) Mal erzählt, wann das stattfinden sollte. Im Frühjahr 2013 machte ich ihm dann nochmal (so ganz nebenbei) bewusst, dass ich schon so ein Jahr zum Planen der Hochzeit bräuchte (ich musste ihm ja nicht sagen, dass ich einen Ordner mit meiner fertig geplanten Hochzeit im Schrank hatte. Ich bin schon ein Freak, oder?). Er hat den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und als er mich für das letzte Juniwochenende zu einem Trip an die belgische Küste einlud, hatte ich durchaus so eine Ahnung, was da passieren würde und habe mir vorsorglich schon mal die Nägel hübsch gemacht (ich sag ja: Freak). 
 

Wir packten also Zelt, Schlafsäcke und Klamotten ins Auto und fuhren nach Wenduine. Auf einem kleinen Campingplatz bauten wir unser Zelt auf, machten noch einen kleinen Strandspaziergang, aßen in einem süßen Restaurant zu Abend und saßen dann vor unserem Zelt. Plötzlich holte mein Freund zwei Plastiksektgläser aus dem Auto und eine Flasche mit irgendeinem neonblauen Cocktail. Ich dachte nur : DER MACHT MIR DOCH JETZT NICHT MIT SO NER RADIOAKTIVBLAUEN PLÖRRE NEN ANTRAG, ODER?! Aber es geschah nix. Wir tranken unsere Plörre, gingen irgendwann schlafen und es regnete. In Strömen. Und unser Zelt war undicht. Und es war arschkalt. Julia lag also frierend, nass und frustriert, weil sie sich unnötig Hoffnung auf einen Heiratsantrag gemacht hatte, irgendwo in Belgien in ihrem Zelt. 

Am nächsten Tag machten wir einen schönen Ausflug und am Nachmittag einen langen Strandspaziergang. Irgendwann sagte mein Freund, ich solle mal hinter den Sandhügel gehen, da warten und nicht gucken. Mir war natürlich alles klar. Aber talentierte unentdeckte Schauspielerin, die ich ja quasi bin, tat ich total unwissend. Ein paar Minuten später dürfte ich gucken und Leute: egal, wie sehr ich erwartet hatte, was da kommt, egal wie sehr ich das ganze irgendwie beeinflusst hatte; ich war sprachlos und überrascht und zu Tränen gerührt. Er hatte eine Decke ausgebreitet, Rosenblätter verstreut, hatte Rosen in der Hand (die armen Blumen waren nur etwas mitgenommen, sie waren ja 2 Tage ohne Wasser im Auto versteckt gewesen) und Sekt parat. Und dann stellte er mir die Frage aller Fragen: " Willst du dein Leben mit mir verbringen? Willst du mich heiraten?"

JAAAAAA




Ich war so unglaublich glücklich. Lustigerweise rief 5 Minuten nach dem Antrag meine Mutter an und ich dachte nur: Egal, wie nahe wir uns stehen; Sie KANN nicht wissen, was gerade passiert ist. Wusste sie sich nicht. Sie wollte nur ein Geschenk für die Tochter meines Freundes/ dann Verlobten kaufen und fragen, ob das was passendes ist. Am Telefon hab ich ihr auch nichts gesagt. Das haben wir am nächsten Tag persönlich gemacht. 
Danach sind wir auch direkt zu meinen Schwiegereltern und haben es Ihnen auch gesagt. Reaktion meines Schwiegervaters: "Ja, das ist auch vernünftig." Ja, diese überschwängliche Euphorie war kaum zu fassen ;-) 

Für mich war dieser Antrag auf jeden Fall perfekt. Genau, wie der Mann der ihn gemacht hat. 

Und an euch: Danke fürs Lesen. Und wenn auch ihr euch vorstellen könnt, eure Verlobungsgeschichte hier auf dem Blog zu erzählen, schreibt mir!

Habt's fein und bis bald. 

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