Dienstag, 13. Dezember 2016

Brief an meine Freunde

Ihr Lieben,
Der folgende Text ist für meine kinderlosen Freunde. Die Idee ist nicht neu, ich habe mich von einem Beitrag auf  Stadt-Land-Mama inspirieren lassen. Aber der Beitrag war so wahr, so passend, dass ich darauf einfach eingehen muss. Also:

Es gibt ein paar Dinge, die ich euch sagen muss. Wenn Ihr Kinder bekommt, ändert sich alles. Deshalb nutzt die Zeit bis es soweit ist. Genießt euer Essen allein, solange es geht. Wenn Ihr Kinder habt, müsst ihr es teilen oder kommt erst zum Essen, wenn es kalt ist. 

Ich weiß auch, dass es euch so vorkommt, aber bin ich kein anderer Mensch, nur weil ich jetzt bei Aldi Öko-Kinderkleidung kaufe. Ihr glaubt ja nicht, wie hoch der Verschleiß an Kleidung bei Babies und Kleinkindern ist. 

Außerdem weiß ich auch, dass ich Baby-Feuchttücher nicht nur für den Hintern meines Sohnes benutze, sondern auch für Kaffeflecken auf dem Esstisch oder Make-Up-Reste im Gesicht, aber hey, die Dinger sind echt praktisch. 

Dann möchte ich euch sagen, dass es mir leid tut, dass ich abends nach acht oft nicht and Telefon gehe oder auf SMS antworte. Das ist nicht böse gemeint. Entweder liege ich neben meinem Sohn und Bewegen ist eine Totsünde, wenn einem Nachtruhe etwas wert ist oder ich bin einfach selbst so wahnsinnig müde, dass ich freiwillig schon Schlafen gegangen bin. Morgens um halb sechs steht nämlich wieder jemand an meinem Bett und will Spielen. 

Ich möchte auch noch was klarstellen. Ich besitze meine High Heels noch. Ich liebe sie auch immer noch. Aber sie sind einfach so unglaublich unpraktisch auf Spielplatz und beim Toben. 

Und zum Schluss: ich habe nun mal kein anderes Thema als Kinderkrankheiten, Anekdoten über mein Kind oder seine Fortschritte, denn mein ganzes Leben wird von meinem Kind bestimmt. 

Wisst ihr, ich bin trotz alledem immer noch der gleiche Mensch. Mein Leben hat sich grundlegend geändert, aber das ändert nichts an meiner Freundschaft zu euch. Ich gebe mir wirklich Mühe, Kontakt zu halten. Ich interessiere mich immer noch dafür, was ihr über eure Arbeit, eure Kollegen oder die letzte Party erzählt, aber ich kann da einfach grad nicht mehr mitreden. 

Was ich mir wünsche? Dass ihr euch auch für mein Leben interessiert, dass ihr akzeptiert, dass mein Leben jetzt anders läuft als früher. 
Bitte vergesst mich nicht, nur weil ihr mich nicht mehr jedes Wochenende in der Bar oder der Disco seht.


Ich liebe euch!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen