Dienstag, 20. Dezember 2016

Schlaf, Kindlein, Schlaf

Jedes Kind kann Schlafen lernen - Wenn Mütter diesen Satz hören, stellen sich ihnen meist die Nackenhaare auf. Es handelt sich nämlich hierbei um den Titel eines zweifelhaften Buchs, das eine Anleitung gibt, wie Kinder durch kontrolliertes Schreienlassen in kürzester Zeit alleine ein- und durchschlafen. Ich war von Anfang an absolut gegen so eine Methode. Warum mir das Buch trotzdem geholfen hat, das Schlafverhalten meines Kindes in den Griff zu bekommen, erzähle ich euch hier.




Vorgeschichte:

Leon war seit Geburt ein schlechter (Nacht-)Schläfer. Er war zwar tagsüber sehr pflegeleicht und schlief viel, vor allem auf Mama und Papa oder in der Trage, nachts aber weinte er oft, wälzte sich rum (so sehr das ein Neugeborenes eben kann) und fand irgendwie keinen Schlafrhythmus. Nach einigen Wochen fanden wir auch heraus wieso. Während wir ihn tagsüber auf dem Bauch schlafen ließen, legten wir ihn nachts auf den Rücken und das mochte Leon überhaupt nicht. Ich hatte aber panische Angst, dass es zu gefährlich ist, ihn auch nachts, wenn ich selbst schlafe, auf den Bauch zu legen. Die Müdigkeit siegte aber irgendwann und die ersten Testnächte auf dem Bauch verbrachte ich quasi dauerhaft wach und beobachtete mein Kind, ob auch nix passiert. Aber Leon lag niemals mit der Nase in der Matratze und schlief plötzlich 2-3 Stunden am Stück durch. Also war unser Sohn von dann an, ein ausschließlicher Bauchschläfer. Mit ungefähr 7 Monaten wurde sein Schlafverhalten wieder deutlich schlechter. Er schlief maximal eine Stunde am Stück, meistens wachte er aber alle 10 Minuten auf und schrie herzzerreißend. Beruhigen ließ er sich, wenn überhaupt, nur durch Stillen. Nach fast Wochen Qual war ich mit meinen Kräften am Ende. Ich rief weinend beim Kinderarzt an und schilderte ihm die Situation. Ich dürfte sofort vorbeikommen. Er checkte Leon durch. Körperlich war er ok. Vermutlich hatte er sich einfach angewöhnt, dass er nur durch Stillen einschläft und dauerhaft Zugang zu seiner Nahrungsquelle hat. Er empfahl mir das Buch "Jedes Kind kann Schlafen lernen"

Alles wird gut:

Ich hatte davon im Internet gelesen und hielt von der Methode, das Kind Schreien zu lassen, gar nichts. Aber ich war verzweifelt. Und Müde, vor allem Müde. Also kaufte ich mir das Buch. Lesen schadet ja nicht. Der Grundgedanke war mit einleuchtend. Das Kind muss sich abgewöhnen, das dauerhaft jemand da ist. Nur so kann es nachts alleine wieder in den Schlaf finden, wenn es mal aufwacht. Außerdem müssen die nächtlichen Mahlzeiten reduziert werden. Nur so gewöhnt sich der kindliche Magen daran. Die Umsetzung widerstrebte mir aber. Ich würde mein Kind keine 5,7 oder 10 Minuten alleine im Zimmer weinen lassen. Mein Erfolg sollte nicht daran bestehen, dass mein Kind resigniert und frustriert aufhört zu weinen, weil es nichts bringt. Also folgte ich meinem eigenen Plan, um Leon ans eigenständige Ein- und Durchschlafen zu gewöhnen. Zuerst gab es für Leon nur noch maximal 2 Stillmahlzeiten pro Nacht plus Einschlafstillen. Wenn er dazwischen aufwachte, nahm ich ihn auf den Arm, sang, schaukelte, aber es gab keine Milch. Das war zwei Nächte lang hart. Danach hatte er es akzeptiert. Danach reduzierte ich das Ganze auf nur eine Mahlzeit pro Nacht, das fiel zeitgleich mit unserem Wechsel vom Stillen zum Fläschchen und klappte ohne Probleme. Nun ging es noch um das abendliche Einschlafen. Ich verbrachte immer noch sehr viel Zeit bei Leon bis er endlich eingeschlafen war. Also fing ich an einem Abend an. Gab ihm nur einen Gute-Nacht-Kuss und ging. er fand das gar nicht lustig und weinte. Ich ging wieder rein, beruhigte ihn, ohne ihn aus dem Bett zu holen und ging wieder. Am ersten Abend musste ich das bestimmt 30 Mal machen, dann legte er sich plötzlich hin, machte die Augen zu und schlief ein. Am zweiten Abend musste ich vielleicht noch 5 Mal rein und am dritten Abend musste ich ihn nur noch ins Bett legen, er legte sich sofort hin und schlief ein. Er hatte offensichtlich verstanden, dass ich komme, wenn was ist, dass ich aber nicht mehr da blieben, bis er eingeschlafen ist. Und so funktioniert es bis heute. 


Heute:

Er schläft meinst innerhalb von ein paar Minuten ein, manchmal turnt er auch noch eine habe Stunde durchs Bett, bevor er die Augen zumacht. Ab und zu meint oder meckert er auch mal, dann gehe ich hin und beruhige ihn. Etwas anders ist es, wenn wir auswärts übernachten, bei der Familie in Köln oder im Urlaub. Dann bleibe ich meist immer noch an seinem Bett sitzen bis er schläft. Die fremde Umgebung ist schwierig für ihn. Aber sobald wir wieder Zuhause sind, klappt alles wieder wunderbar alleine und auch, wenn er ohne mich bei Oma und Opa schläft, geht das gut.



Mein Weg ist natürlich nur einer von vielen und bestimmt gibt es einige Mamas, die mein Vorgehen nicht gutheißen. Hier sollte aber gelten: Leben und leben lassen! Jeder macht es so, wie er es für richtig hält und das sollte man akzeptieren.

Damit kannmal leben, oder?

Habt ihr eigentlich schon den Artikel gelesen, warum Kinder unser Leben bereichern, obwohl sie manchmal auch echt anstrengend sein können? Schaut mal hier

Habt's fein und bis bald!

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