Dienstag, 27. Dezember 2016

Vater, Mutter, Kind - und dann? - Blogparade

Als ich den Beitrag vonYvi auf mamasdaily gelesen habe, wusste ich, dass ich ebenfalls etwas zu dem Thema schreiben wollte, aber je länger ich darüber nachdachte, desto schwieriger wurde es. Es geht darum, ob man nach dem ersten Kind ein zweites haben möchte, mit welchen Sorgen, Ängsten und Hoffnungen man bei dieser Überlegung konfrontiert wird und was das schlussendlich für die Familienplanung bedeutet.




Für mich ist ganz klar, dass ich nach Leon noch ein zweites Kind haben möchte. Ich habe keine Geschwister und ich habe das immer vermisst. Ich habe die anderen Kinder immer um ihre großen und kleinen Schwestern und Brüder beneidet. Es ist eine Verbindung fürs Leben. Man wird immer einen Verbündeten haben, man hat einen Spielgefährten und Freund. Aber als Eltern gibt es eben noch so viele andere Dinge, die man bedenken muss, wenn man sich für oder gegen ein zweiten Kind entscheidet:

Wohnsituation:

Wir leben momentan in einer 4,5-Zimmer-Wohnung. Das 4. Zimmer ist mein Arbeitszimmer. Wenn wir ein zweites Kind hätten, müsste mein Arbeitsplatz einem Kinderzimmer weichen, denn Leon Zimmer ist definitiv zu klein für 2 Kinder. ich benötige meinen Arbeitsplatz aber dringend, um Klassenarbeiten zu korrigieren und Unterricht zu planen. Umzug steht für uns zur Zeit nicht zur Debatte. Das würde schonmal schwierig. 

Finanzen:

Uns geht es finanziell gut. Wir haben alles was wir brauchen. Wir können keine riesigen Sprünge machen, aber wir können 1-2 Mal im Jahr Urlaub machen und wenn wir uns etwas wünschen, können wir uns das meist auch kaufen. Bei einem zweiten Kind müsste aber einer von uns wieder zuhause bleiben, es gibt zwar Elterngeld, aber das ist deutlich geringer, als das eigentliche Gehalt und das gibt es ja auch nicht für immer. Wir müssten uns definitiv einschränken und sicherstellen, dass wir trotzdem Rücklagen bilden können. Es kann immer mal ein Auto kaputt gehen oder anderweitig plötzlich eine größere Summe nötig sein.

Geschwisterliebe:

Was ist, wenn der Große nicht mit der neuen Situation mit einem Geschwisterkind zurechtkommt? Wird er eifersüchtig sein? Woher soll ich wissen, dass das alles schon irgendwie klappen wird?

Stress:

Leon war ein Schreibaby und auch nach der Schreizeit nie einfach. Bis heute braucht er wahnsinnig viel Aufmerksamkeit. Was ist, wenn das Zweite genauso wird. Stehe ich nochmal so eine anstrengende erste Zeit mit Baby durch? Möchte ist das überhaupt? Und überhaupt? Ich habe endlich wieder die Nächte für mich, kann durchschlafen, mein Sohn isst selbstständig. Es wird gerade alles einfacher. Will ich das wirklich wieder riskieren?

Und TROTZDEM:

Etwas in mir schreit nach einem zweiten Kind. Mein Herz sagt mir, dass das meine Familie komplett machen würde. Ich möchte, dass mein Sohn die Möglichkeit hat, ein Geschwisterlichen zu haben. Ich möchte das Risiko von Stress, die veränderten Lebensumstände in Kauf nehmen, denn die Liebe die man zu seinem Kind empfindet, der Mehrwert, den man im Leben erreicht durch so ein wundervolles Wesen, ist so viel größer als die Belastungen.

Ich kann gut verstehen, wenn Eltern nach dem 1. Kind sagen, dass ihre Familie nun komplett ist. Auch ich hatte ohne Geschwister eine wundervolle Kindheit. ich habe die volle Aufmerksamkeit meiner Eltern immer genossen und war glücklich. Eine Familie mit nur einem Kind ist für mich keine schlechtere Familie. Es ist einfach nur ein anderes Familienmodell als das, was mir vorschwebt und das ich hoffentlich in einiger Zeit, wenn alle Rahmenbedingungen passen, realisieren kann.

Für uns werden wahrscheinlich noch ein paar Jahre vergehen, bis Leon ein großer Bruder wird. Momentan stehen einfach noch Dinge auf der Agenda, die erledigt werden wollen und bis dahin freuen wir uns, Leon die volle Aufmerksamkeit zu schenken.




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