Sonntag, 22. Januar 2017

Blogparade: Eltern werden - Du liebe Zeit

Kuchenerbse (Klick hier) hat zur Blogparade aufgerufen und ich mache mit. Thema heute: Zeit. Puh, das ist ein großes Thema und ich musste erst einige Zeit hin und her überlegen, wie genau sich das Elternwerden auf meine Beziehung zur Zeit ausgewirkt hat. Und ich kann euch jetzt schon mal verraten: Positiv!




Direkt nach der Geburt:

Leon wurde an einem Montag morgen geboren, wir waren bis Donnerstags im Krankenhaus. Eigentlich um die Ruhe und die erste Zeit (!) zu zweit zu genießen. Aber daraus wurde nichts. Ein Besucher jagte den nächsten. Ich fand das wirklich toll, ich war so stolz, meinen kleinen Prinzen zu präsentieren, aber zwischendurch hätte ich eben auch gerne mal durchgeatmet. Ich erinnere mich noch an einen Besuch Mittwochs mittags. Leon war also 2 Tage alt und ich freute mich wahnsinnig über die Besucherin, aber genau in dem Moment bekannt der Milcheinschuss. Ich hatte Schmerzen, ich war unruhig, ich brauchte Zeit alleine mit meinem Sohn. Jetzt sofort. Selten kam mir ein Moment so lange vor wie die halbe Stunde, bis der Besuch endlich weg war.
Zuhause angekommen, gab es keine Zeit auszuruhen. Pro Tag hatten sich 2-3 Besucher angekündigt plus Hebamme, plus Oma Opa und Leons Schwester, die ja sowieso im haus rumwuselten und das neue Familienmitglied ungern aus den Augen lassen wollten. Am Tag nach unserer Heimkehr gingen wir direkt auf eine Geburtstagsfeier. Ich wollte unbedingt so schnell wie möglich in meinen Alltag zurück, redete mir doch ein, dass alles so wäre wie vorher, nur jetzt halt mit Kind. Ihr merkt, schon wieder hatte ich keine zeit. Rückblickend finde ich das schade. Wie gerne hätte ich einfach nur den ganzen Tag im Bett gelegen und Zeit gehabt, mein Baby zu bewundern.

Später:

Nach ein paar Wochen, hatten wir unseren Rhythmus gefunden und zum ersten Mal konnte ich die Zeit, die ich nun als Hausfrau und Mutter hatte, genießen. Wir besuchten oft Freunde und Familie und ich fand es toll, endlich die Möglichkeit dazu zu haben. Wenn man den ganzen Tag in der Uni oder auf der Arbeit ist, klappt das ja oft nicht. Ich konnte mir meine Zeit also endlich mal so einteilen, wie ich es wollte. Wir waren irgendwie entschleunigt, hatten weniger Stress. Und nochmals hat sich in dieser zeit geändert. War ich vorher immer der Typ Mensch, der frühestens pünktlich auf die Minute war, eher 5 Minuten später als zu früh losfuhr, plante ich jetzt mehr Zeit ein. Mit Kind weiß man ja nie, was dazwischen kommt. Nochmal eben Stillen, das Kind schläft ein. Also lieber 10 Minuten früher losfahren und sicher sein, dass man auch nichts verpasst.

Das große ABER:

Eins ist klar: Wenn du ein Kind bekommst, diktiert das deinen Zeitplan. Wenn du gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzt und dein Kind schreit wie am Spieß, dann musst du nach Hause fahren. Wenn dein Kind sich 1 Minute vor Abfahrt die Windel vollmacht, sodass es überall rausquillt, dann musst du es erst duschen. Du willst zu einer Feier und dein Kind bekommt 2 Stunden vorher Fieber: Dann bleibst du zuhause. Du kannst deine Zeit noch so gut planen, du musst dir immer bewusst sein, dass dein Kind diesen Plan jederzeit, unerwartet und völlig ungelegen über den Haufen wirft.

 

Was ich gelernt habe:

  • Bessere Planung: Dadurch, dass ich mit Kind organisierter geworden bin, ist mein Leben insgesamt strukturierter geworden. Frühstück, Mittag, Abendessen, Kindergarten, Turnen, Spielgruppe. Mein Kind braucht seine Struktur und seine festen Abläufe und das hilft mir, einen Zeitplan für alles drum herum zu haben.
  • Prioritäten setzen: Man sagt Eltern sind die besseren Referendare. Ich werde das testen. Argument für diese Aussage ist, dass sie gelernt haben, Prioritäten zu setzen, das Wichtige rauszufiltern und sich darauf zu konzentrieren. Sie sind nicht so verbissen in jeder Kleinigkeit, solange das große Ganze funktioniert.
  • Zeit genießen: Mit Kind sieht man plötzlich erst, wie schnell die Zeit vergeht. Gefühlt gestern lag er noch schutzlos in meinem Arm, heute läuft er herum, klettert und springt. Ich habe das Gefühl, alles was dazwischen passiert ist, ist nur so an mir vorbeigerauscht. Umso mehr setze ich mich nun bewusst hin und genieße die Zeit, denn eins ist klar: Die Zeit kommt nicht zurück.



1 Kommentar:

  1. Wow ich bin sprachlos!
    Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll außer Danke für die ganzen Einblicke in deine Gefühlswelt <3

    Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!!!

    Liebst,
    Mina von Minamia.de
    no snapchat, no caviar

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