Montag, 2. Januar 2017

Erste Hilfe ist so wichtig: Teil 1 - Kindernotfälle

Heute startet eine kurze Reihe an Artikeln zum Thema "Erste Hilfe", da mir sehr am Herzen liegt, dass viele Menschen in Notfallsituationen in der Lage sind zu helfen. 

Thema heute: Kindernotfälle



(Bild von: https://www.drk.de/fileadmin/user_upload/Mediathek/Bilder/Erste_Hilfe_am_Kind_gross/jfmueller_8436.jpg)


Kinder sind wild, Kinder wollen entdecken. Und leider passieren dabei auch manchmal Unfälle. Umso wichtiger ist es, dass wir als Eltern, wissen, was dann zu tun ist. Daniel Wassenberg vom Arbeiter-Samariter-Bund in Düsseldorf hat mir dazu die wichtigsten Fragen beantwortet. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen so ausführlich zu beantworten. 



Warum sollte ich als Mutter/Vater etwas von Erster Hilfe verstehen?





Daniel Wassenberg: Kinder sehen die Welt mit anderen Augen, sie sind neugierig und häufig schneller als man gucken kann.  Sie können die Gefahren des Alltags noch gar nicht bzw. nicht so gut abschätzen. So passiert es schnell, dass ein Kind sich verletzt und Hilfe erforderlich ist. Glücklicherweise sind es meist kleinere Unfälle die Handeln erfordern.  Für Eltern sind solche Situationen immer stressig und stellen eine gewisse Herausforderung dar, ruhig zu bleiben und besonnen zu handeln. In Erste-Hilfe Kursen für Kindernotfälle lernen Eltern und alle interessierten Personen in einer Notfallsituation einen klaren Kopf zu behalten, handlungsfähig zu bleiben und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Prävention ist in jeglicher Hinsicht die beste Herangehensweise.

Es ist also ganz normal, dass es mal zu einer Notfallsituation mit einem Kind kommen kann. Es geht nicht darum, dass wir schlechtes Eltern sind, wenn mal was passiert, obwohl wir alles geben, das zu verhindern. Viel wichtiger ist es eben, dann ruhig zu bleiben und zu wissen, was zu tun ist. 



Bin ich im Notfall überhaupt in der Lage, meinem Kind zu helfen?




Daniel Wassenberg: Helfen ist einfach und jeder kann helfen. Natürlich stellen Notfälle beim eigenen Kind auch immer ein gewisses Maß an Stress und Unsicherheit dar. Doch häufig überwiegt auch der Wunsch, schnell und richtig zu helfen.

Notfälle mit Kindern passieren - dies soll keinesfalls eine düstere Prophezeiung sein, sondern vielmehr eine Hilfestellung für Eltern [...] Für die Eltern ist es in einer solchen Situation besonders wichtig, die Ruhe zu bewahren. Dies beruhigt nicht nur Vater und Mutter, sondern auch gleich die kleinen Patienten.
Auch hier bilden Erste-Hilfe Kurse wieder eine wichtige Grundlage, um ohne besondere Hilfsmittel helfen zu können.


Erste Hilfe ist kein Hexenwerk. Es geht nicht darum, die schönsten Verbände und die spektakulärsten Maßnahmen zu kennen und können. Im Alltag habe ich ja auch keinen Arztkoffer mit auf dem Spielplatz. Im Kurs wird man darauf vorbereitet, wie man trotzdem effektiv Hilfe leisten kann. 



Welche Notfälle sind im Haushalt/ im Leben mit Kind besonders häufig?




Daniel Wassenberg: Glücklicherweise handelt es sich bei den meisten Notfällen um kleinere Verletzungen, welche ohne die Hilfe des Rettungsdienstes oder Kinderarztes versorgt werden können. 

Auch Hohes Fieber ist gerade in den frühen Kindesjahren häufig, da das Immunsystem des Körpers mit den unterschiedlichsten Erregern Bekanntschaft macht und die Abwehr aufbaut.
Ein weiterer Punkt stellen Infektionen der oberen Atemwege dar, bis hin zum sogenannten "Pseudokrupp".  Der Krupphusten stellt sich durch einen bellenden Charakter meist bedrohlich dar, wird aber nur sehr selten lebensbedrohlich.

Ich kann nur sagen: Wir haben beides schon durch. Als Leon seinen ersten Pseudokrupp-Anfall hatte, war ich schockiert. Ich hatte davon gehört, aber ich wusste nicht, wie dramatisch es sich dann doch anfühlt, wenn das eigene Kind betroffen ist. Gott sei dank, wusste ich, was zu tun war. In diesem Fall haben Beruhigen und frische, feuchte Luft schon viel bewirkt. Erste Hilfe ist halt einfach. 

 
(Bild von: https://www.drk.de/fileadmin/user_upload/Mediathek/Bilder/Erste_Hilfe_am_Kind_gross/jfmueller_7967.jpg)


Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Interesse habe, meine Kenntnisse in Erster Hilfe aufzufrischen?




Daniel Wassenberg: Natürlich beim Arbeiter-Samariter-Bund in Düsseldorf :-)

Der Arbeiter-Samariter-Bund sowie alle anderen Hilfsorganisationen bieten regelmäßig Erste-Hilfe Kurse für Kindernotfälle allen Regionen der Republik an. Nicht nur Eltern, sondern alle Personen die regelmäßig mit Kindern zusammenkommen oder einfach nur interessiert sind, sollten einen solchen Kurs besuchen. 


Es sind ein paar Stunden, die man investiert und so einen Kurs besucht, aber man geht mit wahnsinnig viel Mehrwert wieder raus. Was ich auch toll fand: Der Austausch mit anderen Eltern während des Kurses, zu hören, dass wir alle im Endeffekt gleich sind: Wir geben unser Bestes, damit dem Kind nichts passiert und falls doch, möchten wir in der Lage sein, zu helfen.



Daniel Wassenberg: In Düsseldorf bieten wir sogar Kurse FÜR Kinder aller Altersstufen an, damit auch Kinder frühzeitig helfen lernen.
Die baut Ängste ab und fördert zudem die soziale Kompetenz. 

Das finde ich großartig. Wenn die Kinder schon früh wissen, wie sie im Notfall reagieren sollen, können sie sich gegenseitig helfen, wenn etwas passiert. Außerdem ebnet es den Weg, um sich auch als Erwachsener verantwortlich zu fühlen und in Notfallsituationen sicher und kompetent zu handeln. 

Also ihr Lieben, tut euch und euren Kindern den Gefallen und stellt sicher, dass ihr im Notfall handeln könnt. Und wenn ihr mal gar nicht weiter wisst, unsicher seid oder nicht wisst, es wirklich schlimm ist, zögert nicht, die 112 anzurufen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen