Mittwoch, 11. Januar 2017

Fernstudium


Als mein Sohn 6 Wochen alt war, hatte ich die Schnauze voll vom Mamasein. Nein, das klingt komisch. Ich war genervt vom ausschließlichen Mamasein. Ich glaube, es gibt viele, die das voll erfüllt, für mich war das nicht so. Mir fehlte die geistige Betätigung, das Kreativsein, einfach eine andere Aufgabe als das Versorgen meines Kindes. Also entschied ich mich, meine Elternzeit zu nutzen und mich fortzubilden.



Welches Institut?


Ich informierte mich bei Google über Fernstudien und Fernlehrgänge und ließ mit von verschiedenen Unis und Instituten Kataloge und Materialien schicken. Schließlich blieb ich bei der ILS hängen. Sie ist vielleicht das bekannteste Institut für Fernlehrgänge und ich las fast nur positive Rezensionen darüber, denn offensichtlich war es nicht selbstverständlich, dass man für sein Geld auch qualitativ hochwertiges Lernmaterial und eine qualifizierte Betreuung erhielt.

Welche Fachrichtung?

 

Nachdem ich mich auf der internetseite der ILS über verschiedenste Lehrgänge informiert hatte, entschied ich mich letztendlich für den Bereich "Erziehungsberatung". Es knüpfte direkt an mein Wissen aus meinem Studium als Grundschullehrerin an und machte sich bestimmt gut im Lebenslauf, wenn ich mich später mal an einer Schule bewarb, denn zum Netzwerk einer Schule gehört auch immer eine Erziehungsberatungsstelle.

Ablauf:

Nachdem ich mich online angemeldet hatte, erhielt ich quasi sofort meine Zugangsdaten für die Online-Plattform und konnte loslegen. Alle Übungshefte und Aufgaben sind online hinterlegt. Ein paar Tage darauf bekam ich auch meine ersten Hefte sowie meine Vertragsunterlagen mit der Post. Da ich Studentin war, bekam ich 10% Rabatt und so lagen die Kosten für den planmäßig 15 Monate langen Lehrgang bei ca. 1500€. Man soll pro Monat ein Übungsheft plus Aufgaben schaffen, um zeitmäßig mitzuhalten. Ich denke, wenn man diesen Lehrgang neben dem Beruf macht oder lange nicht mehr "gelernt" hat, ist diese Einschätzung völlig angemessen. Ich war als Studentin aber durchaus gewöhnt, lange Texte Fachliteratur zu lesen (und diese Übungsheft waren gegen die Literatur aus der Uni quasi Groschenromane) und hatte viel Zeit, von daher brauchte ich pro Heft und entsprechenden Einreichaufgaben nur 1-2 Tage. Diese schickt man dann an seinen Betreuer und bekommt dafür innerhalb von ein paar Tagen die Korrektur und seine Note. Da ich zwischendurch längere Pausen gemacht habe, brauchte ich für den kompletten Lehrgang mit 15 Heften 8 Monate (leider muss man dann trotzdem für 15 Monate zahlen).

 

Abschluss:

Ich habe meinen Lehrgang mit der Note 1,0 abgeschlossen und darf mich nun Erziehungsberater nennen. Es hätte noch einen Präsenzlehrgang gegeben, in dem man die Theorie dann anwenden übt. Da der aber nochmal über 1000€ gekostet hätte, habe ich mich dagegen entschieden.

 

Was ich im Endeffekt mit dem Abschluss machen werde und ob er mir bei Bewerbungen als Grundschullehrerin nutzen wird, weiß ich noch nicht. Für mich war es aber eine wahnsinnige Bereicherung, während der Elternzeit etwas "Sinnvolles" nebenbei gemacht zu habenund die grauen Zellen ein bisschen auf Trab zu halten.

Ging es noch jemandem so, dass er während der Elternzeit die geistige Auslastung vermisst hat? Und was habt ihr dagegen getan?


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