Montag, 3. April 2017

Mit anderen Müttern befreundet sein

Es gibt doch eigentlich zwei Lager: Die die als Mutter selbst gerne mit anderen Müttern befreundet sind, und die, die es vorziehen kinderlose Freunde zu haben. Auch ich bewege mich irgendwo dazwischen. Ich habe mal überlegt, was die Vor- und Nachteile davon sind, mit anderen Müttern befreundet zu sein.



Vorteile


Über Kinder reden

Die Sache ist ja die: Als Mutter, vor allem als Vollzeitmama, gibt es für dich quasi nur ein Thema: Dein Kind. Nicht, weil du so gerne über dein Kind redest und platzt vor Stolz (ok, das auch), aber vor allem einfach, weil in deinem Leben gerade nicht viel anderes passiert. Du bist 24 Stunden für dein Kind da und damit auch voll ausgelastet, also worüber solltest du anderes reden? Es passiert ja effektiv nicht viel anders.  Mit anderen Müttern hast du Gesprächspartner, die das verstehen, weil es ihnen mehr oder weniger genauso geht. Und die können nachvollziehen, warum du darüber reden möchtest, wie oft dein Kind Stuhlgang hat, dass du dir Sorgen machst, weil es plötzlich beißt oder dass du einfach manchmal genug vom Mama-Alltag hast.

Zeit

Als Mutter habe ich eine andere Zeitrechnung. Der Tag teilt sich ein in : Das Kind schläft, das Kind isst, das Kind spielt. Ich treffe mich gerne mit Freunden, gehe in Cafés oder besuche die Familie, aber es muss eben zeitlich aufs Kind abgestimmt sein. So treffe ich mich gerne morgens zwischen 9 und 11 mit Freunden, weil Leon dann besonders fit und fast immer gut gelaunt ist. Aber finde mal Freunde, die dann Zeit haben. Die meisten sind doch arbeiten. Andere Mütter haben zu dieser Tageszeit aber doch Zeit, denn auch ihre Kinder sind dann fit. Das gleiche gilt abends. Ich muss meinen Freunden sagen: "Wir kommen dich gerne besuchen, aber erst ab 15:00. Vorher schläft Leon und gegen 18:30 müssen wir spätestens wieder los, sonst klappt das alles mit Abendessen, Baden und Schlafengehen nicht mehr. Auch das können andere Mütter am besten nachvollziehen. Die wissen, was es bedeutet, wenn das Kind um 19:00 im Auto nochmal 5 Minuten einschläft. Das bedeutet nämlich "Party all night". Nein, Danke!

Nachteile


Über Kinder reden


Moment, hatten wir das denn eben nicht als Vorteil genannt? Ja, hatten wir, aber manchmal kann das auch ein Nachteil sein. Denn es kann auch mal anstrengend sein, wenn man neben seinem 24-Stunden-Mama-Job dann noch stundenlang über die Kinder reden muss. Klar, geht es hauptsächlich um die Kids, aber manchmal ist auch schon, andere Themen zu besprechen, doch da gibt es dann so Mütter, die solche Unterhaltungen sofort abwürgen und doch wieder übers Kind reden. Nervig!

Termine schwieriger

Auch das Thema "Zeit" hatten wir oben schonmal. Es ist super, wenn andere Mütter verstehen, warum dein Zeitplan durch dein Kind bestimmt ist, aber was ist, wenn dein Zeitplan und der deiner Freundin nicht übereinstimmten? Leon steht z.B. gegen 7:00 Uhr auf, schläft von 12:00-14:00 Uhr und der Tag ist um 19:00 beendet. Bei meiner Freundin sieht es aber so aus, dass sie erst gegen 10:30 aufstehen, Mittagsschlaf findet gegen 15:00 statt und abends geht man erst gegen 22:30 Uhr ins Bett. Also haben wir kaum Überschneidungen, in denen beide Kinder wach sind. Da muss man dann entscheiden, ob sie früher aufsteht morgens oder wir den Mittagsschlaf nach hinten verschieben, damit wir uns mit Kindern zu sehen.

Diskussionsthemen Erziehung

Sprichst du mit 5 Müttern, bekommt du 8 Meinungen über Erziehung. Jede Mutter hat ihre Meinung dazu, was der beste Weg ist, sein Kind zu erziehen, und die meisten halten ihren Weg für den einzig richtigen. Da wird man in der Spielgruppe schräg angeschaut, weil man nicht stillt, nicht mehr stillt oder zu lange stillt. Da wird man als herzlos abgestempelt, wenn das Kind nicht im Elternbett schläft oder als zu nachgiebig angesehen, wenn das Kind mit 2 Jahren immer noch im Elternbett schläft. Ihr seht, wie man es macht, macht man es als Mutter eigentlich auch verkehrt. Ich persönlich lebe nach dem Motto "Leben und Leben lassen". Ich erziehe auf eine bestimmte Weise, es ist aber ok, wenn andere es eben anders machen. Wichtig ist, dass man Mütter findet, die das genauso sehen, sodass man sich über Erziehungsthemen austauschen kann, ohne sich gegenseitig zu kritisieren oder bewerten.

Fazit

Ups, jetzt habe ich doch tatsächlich mehr Argumente auf der Contra-Seite und trotzdem bin ich gerne mit anderen Müttern befreundet. Aber genauso gerne habe ich kinderlose Freunde. Wichtig ist doch nur, dass man die selben Werte hat, das man sich respektiert und dass man gerne Zeit miteinander verbringt. Dafür nimmt man dann doch gerne auch mal schwierige Terminabsprachen oder Diskussionen über die Vor- und Nachteile von Fingerfood oder Stoffwindeln in Kauf, oder?

In diesem Sinne: Ein Herz für Mamis und Nichtmamis, einfach ein Herz für Freundinnen!


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