Samstag, 25. März 2017

Bye Bye rosarote Brille - Hallo Alltag

Heute geht es mal wieder um das Leben in einer Beziehung, denn auch die Beziehung zwischen Mann und Frau gehört zum Familienleben dazu.
Ich denke wir alle müssen uns eingestehen, dass im Laufe einer Beziehung die rosarote Brille irgendwann nicht unbedingt abgesetzt wird, aber das rosa doch etwas verblasst. Das was dann herrscht, nenne ich hier mal Alltag. Ich muss sagen: Die Zeit der rosaroten Brille war toll. Sie war aufregend und etwas ganz Besonderes. Aber sie war auch anstrengend. Man wollte sich von seiner besten Seite zeigen. Für mich bedeutete das unter anderem:


Meistens Make-Up tragen

Ich bezeichne mich jetzt nicht als hässlich, aber mit etwas Make-Up kann man sein Gesicht doch durchaus etwas (oder etwas mehr) aufwerten. Und natürlich wollte ich zu Beginn unserer Beziehung immer besonders hübsch aussehen. Also wurde das Make-Up abends so spät wie möglich abgelegt und morgens relativ zeitig wieder erneuert. Zumindest wurde aber morgens dafür gesorgt, dass keinerlei Pandaaugen und Make-Up-Reste mehr im Gesicht zu sehen sind.

 

Nicht Falsches sagen

Wenn es drauf ankommt, wenn es um Werte und Meinungen geht, würde ich mir nie auf die Zunge beißen. Ich stehe zu dem, was ich denke, und sage das auch so. Aber zu Beginn der Beziehung achtet man schon etwas mehr darauf, was man sagt und vor allem, wie man es rüber bringt. Man weiß noch nicht genau, wie der Partner reagiert, wie seine Einstellungen sind und möchte das erst einmal ausloten.

Kein Knoblauch und keine Zwiebeln

Ja tatsächlich. Zu Beginn so mancher Beziehung habe ich bei meinem heiß geliebten Döner tatsächlich auf das Tzaziki verzichtet, wenn ich danach noch meinen Partner getroffen habe. Eine Knoblauchfahne ist jetzt wirklich nicht das, womit man jemanden begrüßen will, den man beeindrucken und dem man gefallen will.

Nicht aufs Klo

Oh mann, das war mit Abstand der härteste Job. Ich meine, niemand will bei den ersten Dates direkt mit dem wohlriechenden Geruch seines großen Geschäfts auftrumpfen (obwohl ja allgemein bekannt ist, dass Frauen sowas sowieso nicht machen). Das Problem bei mir ist, wenn ich einmal nicht gehe, dann kann ich oft tagelang nicht. Alter Schwede, war das hart.


Alltag

So und jetzt sagt mir doch mal bitte, dass die Anfangszeit, die Zeit der rosaroten Brille, nicht auch anstrengend war. Heute ist das anders. Im Alltag angekommen, kann ich auch meine nicht so perfekten Seiten zeigen: Man kennt die Macken des anderen, man kennt seine Einstellung und seine Eigenarten. Heute kann ich auch in Gammelkleidung, Pandaaugen und Dutt von vorgestern rumlaufen und weiß, dass mein Partner trotzdem nicht verschreckt weglaufen wird. Ich bin entspannter im Zusammensein, ich kann berechnen, wie mein Partner reagiert, wenn ich etwas tue und dass er mich so mag, wie ich bin.

Ja, der ach so verschrieene Alltag ist nicht so schlecht wie sein Ruf. Er ist einfacher, entspannter, berechenbarer. Ich bin froh, dass wir inzwischen ein eingespieltes Team sind, das auch zusammenhält, wenn nicht mehr alles rosarot ist.

 

Manchmal die rosarote Brille wieder aufsetzen

Und dennoch tut es einer Beziehung auch gut, wenn man ab und zu die rosarote Brille doch nochmal aufsetzt. Wenn man sich in die Anfangszeit zurückversetzt, sich daran erinnert, wie schön und spannend die erste Verliebtheit war und es ist auch durchaus belebend für eine Beziehung, wenn man sich hin und wieder besonders viel Mühe gibt, seinem Partner zu gefallen. Wenn man sich mal besonders hübsch macht, wenn man dem Partner etwas außergewöhnlich Nettes sagt, wenn man auch im Bezug auf die kleinen Gesten den Alltag einfach mal Alltag sein lässt und alles wieder ein kleinwenig rosarot einfärbt.

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