Samstag, 1. April 2017

Kinder und Musik: Interview mit Florian Peil von Kasalla

Heute gibt es ein neues Interview in der Reihe Kinder und Musik. Es ist eins, über das ich mich besonders freue. Der Gitarrist der Kölner Rockband Kasalla, Florian Peil, hat mit mir darüber gesprochen, warum sie Konzerte für Kinder veranstalten, was daran so besonders ist und inwiefern sich Musik positiv auf die kindliche Entwicklung auswirkt.




(Photo: Nancy Ebert)


Die Band spielt seit Jahren z.B. die Kasalla - Kinder - Weihnachtskonzerte (KaKiWeiKo) und auch andere Auftritte speziell für Kinder, die in Köln und Umgebung wahnsinnig gut angenommen werden. Bei uns zuhause ist die Musik von Kasalla übrigens auch sehr beliebt. Seht selbst:



An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Flo bedanken, der sich in der für die Band stressigen Karnevalszeit, die Zeit genommen hatten, meine Interviewfragen zu beantworten.

Warum macht ihr Konzerte speziell für Kinder?

Flo: Die Idee kam uns, weil ich z.B. in der Kita meiner Tochter mitbekommen habe, dass es sehr viele Kinder gibt, die Kasalla super finden, aber zu klein sind, um mal auf ein reguläres Konzert zu gehen. Oft sind die Konzerte zu spät oder zu lange, manchmal auch ein bisschen zu laut für die Kleinsten... Daher haben wir überlegt, spezielle Kinder-Weihnachtskonzerte zu machen. Die Resonanz hat uns aber dann doch überrascht, wir machen mittlerweile 6 Termine, die immer in 2 Stunden ausverkauft sind. 

 Wie modifiziert ihr die Konzerte entsprechend für Kinder?

Flo: Zum einen machen wir da nicht so die "wir auf der Bühne - ihr da unten" - Rockshow, sondern probieren sehr auf Augenhöhe mit den Kindern zu sein. Oft bauen wir ein kleines "Theaterstück" oder Spiele ein, die dann den Rahmen für das Konzert bilden, und wo die Kinder auch an vielen Stellen mitmachen können. Außerdem ist ein Kinderkonzert maximal eine Stunde lang und wir reduzieren die Lautstärke, damit keiner Gehörschutz braucht. 

Welche Möglichkeiten bietet Musik, um positiv auf die kindliche Entwicklung einzuwirken?

Flo: Ich sehe an meinen Kindern immer, wie unfassbar direkt Musik bei denen wirkt. Die fangen oft an zu tanzen und singen und gehen total ab. Das ist schon echt faszinierend und erinnert mich immer wieder selbst daran, dass Musik ja eine universelle Sprache ist, die auch unterbewusst funktioniert. Selbst die ganz Kleinen fangen oft schon im Bauch an zu strampeln, wenn sie Musik hören. Kinder lernen durch Musik auch viel über sich selbst, beim Bewegen und beim Mitsingen. Gerade auch wenn Kinder gemeinsam Musik machen.

 Worin Seht ihr den Vorteil von Musik im Dialekt, wie ihr sie macht, für Kinder?

Flo: Ich habe früher ehrlich gesagt weder englisch noch kölsch verstanden, aber ganz viel Musik in beiden "Sprachen" gehört. Wahrscheinlich hab ich tatsächlich den kölschen Dialekt eher von den Bläck Fööss gelernt als von meinen Eltern. Die können das zwar, aber in den 80ern war Dialekt sprechen ein bisschen "verpönt" und man hat versucht den Kindern gutes Hochdeutsch bei zu bringen. Ich glaube, dass mit der neuen Generation von kölschen Bands, zu denen wir uns zählen dürfen, wieder viele junge Leute und auch Kinder ganz ungezwungen mit dem Dialekt in Berührung kommen. Dadurch wächst wieder die nächste Generation mit dieser Sprache auf - so stirbt der Dialekt nicht aus. 


(Photo: Nancy Ebert)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen