Samstag, 4. März 2017

Kinder und zuckerfreie Ernährung

Dass zu viel Zucker nicht gut ist für den menschlichen und vor allem den kindlichen Organismus, ist unstrittig. Aber kann ich mein Kind überhaupt zuckerfrei ernähren? Will ich das überhaupt? Und wenn ja, wie setze ich das um? Fragen über Fragen. Und hier sind meine Antworten. Let's do this!




Zucker ist schlecht

Ja, diese kleinen Zuckermonster sind so verführerisch, aber leider auch so ungesund. Die WHO empfiehlt, maximal 6 Teelöffel Zucker pro Tag zu sich zu nehmen (http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zucker-who-empfiehlt-nicht-mehr-als-sechs-teeloeffel-pro-tag-a-1021798.html). Das ist nicht leicht, wenn man sich mal die Nährwertangaben von Lebensmitteln anschaut. Denn abgesehen vol Süßigkeiten finden sich ja auch in Obst, Brot, Wurst und fast allen anderen Lebensmitteln anteilig Zucker. Das Problem: Zucker greift die Zähne an, Karies ist die Folge. Ebenso kann Zucker vom Körper nur schlecht verarbeitet werden und landet im Endeffekt als Hüftspeck auf den Rippen. Vor allem bei Kindern, die selbst ihre Ernährung noch nicht selbst regulieren können, ist das gefährlich. Und wer schon im Kindesalter Übergewicht ansetzt, ist auch den Rest seines Lebens gefährdet im Bezug auf Adipositas, Diabetes oder andere Krankheiten. Nicht zu vergessen: Die Aufnahme von Lebensmitteln, die zusätzlich Zucker enthalten, beeinflussen das Geschmacksempfinden extrem. Wer mal einige Tage auf industriellen Zucker verzichtet hat, bemerkt erst, wie süß eine Paprika ist und meint, dass eine Erdbeere geradezu einen Zuckerschock auslöst.

Zucker ist Alltag

Das Problem: Zucker ist Alltag. Es ist wahnsinnig schwer darauf zu verzichten. Lebensmittel zu finden, Brote, Wurst oder fertige Gerichte, die weniger als 5% Zucker haben, ist nahezu unmöglich bzw. kostet sehr viel Aufwand und Zeit beim Einkaufen. Und selbst wenn man sich die Mühe macht und seine Ernährung (nahezu) zuckerfrei gestaltet, ist das Problem nich nicht gelöst. Im Kindergarten findet gefühlt alle 2 Tage ein Kindergeburtstag statt und was gibt es? Genau Kuchen. Mit Zucker. Auch auf Familienfeiern, bei Besuchen bei Oma und Opa oder anderen besonderen Anlässen werden vor allem die Kinder nahezu mit Zucker zugeschüttet, Apfelschorle, Kuchen, Kekse, Schokolade. All das schmeckt den Kindern super gut und macht Oma und Opa zu den allerbesten Großeltern auf der ganzen Welt, aber es ist eben auch wahnsinnig ungesund. Doch wie löst man dieses Problem?



Unsere Regelung

Möchte man wirklich einen Familienstreit provozieren, nur weil man sich uneinig ist, ob das Kind nun Saft trinken darf? Soll ich mein Kind nicht mehr zu Kindergeburtstagen schicken, nur weil es dort Kuchen gibt? Natürlich kann man das machen, wenn man sehr konsequent ist. Insgeheim bewundere ich solche Menschen tatsächlich etwas. Wir machen es aber anders.

Leon bekommt normalerweise zu den Hauptmahlzeiten keine bzw. nur ganz wenig zuckerhaltigen Produkte. Ich achte auf hochwertiges Brot. Statt gesüßtem Fertigmüsli gibt es Haferflocken oder zuckerfreie Cornflakes. Im Kindergarten gibt es statt Fruchtzwergen eben Naturjoghurt. Aber auch zuhause bekommt Leon ganz dosiert mal Süßigkeiten. Er darf mal von Papas Schokolade abbeißen oder am Nachmittag einen Keks essen. Bei Familienfeiern sind wir sehr locker, was unsere Zucker-Regeln angeht. Da darf er sich auch mal mit Kuchen und Keksen vollstopfen. Aber es bleibt eben etwas Besonderes und die Ausnahme. Zu trinken gibt es zuhause übrigens fast ausnahmslos Wasser. Ganz selten am Wochenende mal einen Schluck Saft oder Kakao oder ab und zu mal Ungesüßten Tee. Und da bin ich wirklich konsequent und lege mich auch mit anderen an, die meinen, dass nur doch nicht schmeckt und das Kind doch mindestens Saftschorle braucht. Nein, braucht es nicht. Das Kind trinkt Wasser, wenn es Durst hat. Keine Diskussion. 

Alternativen zu Zucker

Ich habe lange herumprobiert, wie ich meinem Kind süße Lebensmittel anbieten kann und trotzdem auf industriellen Zucker verzichte. Das ist wirklich gar nicht so schwierig und im Internet gibt es viele Ideen und Rezepte, wie man das umsetzen kann. Einige Beispiele aus unserem Alltag:

  • Selbstgemachte Marmelade: Statt Marmelade mit 50% Zuckeranteil zu kochen, koche ich das Obst einfach ganz ohne Zucker ein. Es ist von sich aus schon süß genug. Das bekommt Leon dann am Wochenende schon mal aufs Brot. Das gleiche gibt es auch fast täglich gemischt mit Naturjoghurt im Kindergarten.
  • Selbstgemachte Kekse: Wusstet ihr, dass man einfach nur Apfelmus (selbstgemacht?) mit Haferflocken 10 Minuten quellen lassen muss, um darauf tolle Kidnerkekse zu backen? Das Rezept findet ihr HIER
  • Zuckerfreier Zwieback: Der steht hier nur stellvertretend. Ich wusste gar nicht, dass Zwieback wahnsinnig viel Zucker enthält. Wenn ihr aber im Regal genau hinschaut, findet ihr auch Dinkelzwieback ohne Zucker. Ebenso gibt es zuckerfreie Cornflakes usw., die tolle Alternativen darstellen

Es bleibt natürlich euch überlassen, wie viel Zucker ihr in euere Ernährung als akzeptabel erachten und wie ihr es in eurem Alltag umsetzt. Gerne könnt ihr mir in den Kommentaren erzählen, wie ihr das handhabt.

Also, wie immer gilt : Leben und leben lassen.

Habt's fein und bis bald!

Kommentare:

  1. Guten morgen.
    Also wir sind extreme Zucker Fans....leider 😕 manchmal klappt es mit wenig, aber so ganz funktioniert es gar nicht. Wir machen gerade die extreme trotzphase durch, da lässt der Tiger sich nur mit einem SchokoBon trösten/bendigen. Und da er so ein extrem schlechter Esser ist, gibt es früh fast immer Nutella aufs Brot. Sonst bekomm ich gar nix rein 😣 ich hatte die Nugatcreme auch mal in Gesunder Form selber gemacht, aber das wird regelrecht ausgespuckt.
    Und Naturjoghurt geht gar nicht. Bin froh das es die Fruchtzwerge jetzt mit weniger Zucker gibt.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag.

    Der Link beim "Hier" funktioniert bei mir nicht 😕

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    1. Hey Nicole, ja, solche Kinder kenne ich auch aus dem Bekanntenkreis und ich muss sagen, ich finde es auch völlig ok, wenn man dann auf Nutella oder ähnliches mal zurückgreift, wenn das Kind eben sonst überhaupt nichts essen will. Ich bin echt froh, dass das bei uns unkompliziert läuft.

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